Wandern im Naturpark Sternberger Seenland

(von Bianka Miltz)

Corona ließ in diesem Jahr leider nicht allzu viel Reiseaktivität zu. So beschränkte sich unser „Urlaub“ auf wenige Tage in deutschen Landen bei Verwandten.
Im August führten uns familiäre Bande wieder einmal nach Nordwestmecklenburg, in den seenreichen Landstrich zwischen Wismar und Sternberg, den Naturpark Sternberger Seenland
Wie auch im vergangenen Jahr buchten wir uns, um meiner Tante keine Umstände zu bereiten, im Elfenlandhaus in Blankenberg ein. Für uns als Bahnfahrer der ideale Ort, da er einen prima Bahnanschluss aus allen möglichen Richtungen hat.
Bereits im letzten Jahr kam uns die Idee, hier ein Wanderwochenende durchzuführen. Quasi unser Potsdamer Wanderwochenende on Tour. In diesem Jahr sollte nun vorgewandert werden.

Tag 1

Wir kamen am frühen Nachmittag an und so blieb uns noch Zeit für eine Runde um den Tempziner See.
Das Wetter war leider sehr garstig, es stürmte und regnete. Wilde Wellen wogten auf See und Wiese.
Vom Wegesrand nickten uns Wilde Karde und Jacobskreuzkraut zu. Über Wiese und See ging der Blick weit in die Ferne. Eine wunderschöne luftige und offene Landschaft.

Tempziner See
Tempziner See

Wir folgten dem Weg bis Tempzin. Ein Stück muss man leider an der Straße laufen. In dem schmucken Dorf angekommen, fiel unser Blick zunächst auf eine große Kirche. Viel zu groß für diesen kleinen Ort, wie uns schien. Beim Näherkommen erklärt sich das aber recht schnell. Im 13.Jahrhundert entstand hier ein Antoniter-Hospital-Kloster. Die spätgotische Backsteinkirche ist die wohl geräumigste und größte Landkirche in ganz Mecklenburg. Von den übrigen Klostergebäuden existieren zum Teil noch Ruinen.

Klosterkirche Tempzin
Klosterkirche Tempzin

Ein Stück hinter Tempzin am Brüeler Bach gelangt man zu einer Fischtreppe, auch Fischaufstiegsanlege genannt, die über einen Wellstahl-Maulprofildurchlass verfügt.
Na da schau an! Was für Wortkonstrukte 😉

Fischtreppe Nähe Tempzin
Fischtreppe Nähe Tempzin

Da es weiterhin stürmte und immer wieder regnete, beschlossen wir, den Großen Steeder See links liegen zu lassen und den direkten Rückweg nach Blankenberg durch den Wald anzutreten. Bei schönem Wetter lohnt sich ein Abstecher zum kleinen klaren Waldsee, in dem man wunderbar baden kann, auf alle Fälle.
Nach neun Kilometern Weg und zurück in der Pension genossen wir Kathleens Gastfreundschaft und ein deftiges Abendbrot.

Tag 2

Für den zweiten Tag stand Verwandtenbesuch in Warin an. Die Kleinstadt liegt 4 km von Blankenberg entfernt und wird von mehreren Seen eingerahmt.
Wir starteten wieder direkt an der Pension. In wenigen Minuten hat man den Wald erreicht. Hier gibt es einige ausgeschilderte Wanderwege. Wir wählten die Route über den kleinen hübschen Ort Weiße Krug zum Groß Labenzer See.

Alter Forsthof in Weiße Krug
Alter Forsthof in Weiße Krug

 

Groß Labenzer See
Groß Labenzer See

An diesem See verbrachte ich mit 6 Jahren mein erstes Ferienlager im Zelt. Ich erinnere mich immer wieder gerne daran.
Der Weg am See entlang ist wunderschön naturbelassen und urig. Die Badeanstalt bei Klein Labenz ist wie geschaffen für eine kleine Rast und wenn das Wetter mitspielt, auch zum Baden.
Durch den Wald kommt man auf schönen Wegen nach Warin. Ein Bummel durch die Kleinstadt lohnt sich ebenfalls und auch einen Besuch im Naturparkzentrum im Rathaus können wir empfehlen.

Mich verbinden mit Warin Kindheitserinnerungen. Die langen Sommerferien verbrachte ich immer hier bei Oma und Tante. So durfte ein Besuch auch dieses Mal nicht fehlen und nach Kaffee bei der Tante ging es zum Cousin, bei dem wir den Tag mit Leckereien vom Grill und endlich Sonnenschein ausklingen ließen.

Den letzten Bus verpassten wir natürlich und ein Taxi war so kurzfristig partout nicht zu bekommen. So mussten wir den 3 km langen Rückweg über nasse Wiesen und durch dunklen Wald weit nach Einbruch der Dunkelheit noch zu Fuß zurücklegen.

3.Tag

Unser letzter Tag führte uns in das Radebachtal, dessen Einstieg in wenigen Minuten vom Bahnhof Blankenberg aus zu erreichen ist. Auf diesem ca. fünf Kilometer langen Rundweg erlebt man eine naturbelassene urwüchsige Landschaft mit teils nahezu paradiesischer Sumpflandschaft und seltenen Tieren und Pflanzen. Uns flatterte schon am Eingang ein buntschillernder Eisvogel über den Weg. Auf dem mit vielen Infotafeln ausgestatteten Lehrpfad kann man viel über Flora, Fauna, Entstehung und Nutzung des Gebietes sowie nachhaltige Forstwirtschaft erfahren.

 

Radebachtal Rastplatz
Radebachtal Rastplatz

Der Radebach hat sich im Laufe seiner Geschichte weit in das Gelände eingegraben und bietet eine für Mecklenburg doch eher untypische Landschaft. Mitunter hatten wir das Gefühl, uns in einem der Mittelgebirge wie Harz oder Erzgebirge zu befinden.

Radebachtal
Radebachtal

Für dieses Jahr verabschieden wir uns vom Naturpark Sternberger Seenland und dem Elfenlandhaus.
Wir kommen gerne wieder! Geplant ist das Wanderwochenende in Blankenberg vom 19.-21. August 2022. Merkt euch den Termin vor und freut euch auf Wandern, Baden, Lagerfeuer…:)